Das Bürgermeisteramt ist greifbar

Während die SPD die Suche lautlos eingestellt hat und offiziell Oldenburg-Schmidt nicht unterstützen will, votierten die Mitglieder des CDUStadtverbandes gestern Abend einstimmig für eine Unterstützung der parteilosen Ersten Stadträtin, die möglicherweise ganz ohne Gegenkandidat in die Wahl am 25. Mai gehen wird. Bis zum 7. April können noch Vorschläge eingereicht werden.
„Das ist keine Liebesheirat“, sagte der CDU-Vorsitzende Lorenz Hünnemeyer zu der Unterstützung für die Stadträtin, aber nach der langen Kandidatensuche habe sich herauskristallisiert:
„Hier steht jemand, der es kann.“ Es sei ungewöhnlich für eine große Volkspartei, auf einen eigenen Kandidaten zu verzichten, aber wenn das Anforderungsprofil stimme, gebe es letztlich keinen Grund, eine parteilose Bewerberin nicht zu unterstützen. Hünnemeyer räumte ein, dass er lange gezögert habe, deshalb war er auch beim ersten Sondierungsgespräch nicht dabei.
Nun aber sei allen in der CDU klar: „Die wollen wir haben.“ Scharf kritisierte Hünnemeyer in seiner Rede – ohne ihn namentlich zu nennen – den NSB-Chef Helmut Ponath, der vor allem Oldenburg-Schmidt herbe wegen der Erhöhung der Gewerbesteuer kritisiert hatte. Hünnemeyer: „Es ist eine Unverschämtheit zu sagen, sie könne das Bürgermeisteramt nicht.“ Die Altersweisheit des verdienten Unternehmers habe offenbar an den Ohrläppchen Halt gemacht. Es sei schlechter Stil, drei Tage vor einer Ratsentscheidung per Zeitungsanzeige mobil zu machen, wo doch die Politik neun Monate lang über die Gewerbesteuer diskutiert habe. Hünnemeyer: „Mich wundert doch sehr, dass die Kritik ausgerechnet von denen kommt, die wir jahrelang gefördert haben.“
Katja Oldenburg-Schmidt skizzierte in einer Grundsatzrede erstmals die Grundzüge ihrer Leitlinien im Falle einer Wahl. Ihre Botschaft: „Buxtehude hat viel Potenzial und Strahlkraft, die wir aus dem Dornröschenschlaf wecken müssen.“ Dies gelte mit dem Blick nach innen, aber vor allem auch in der Außendarstellung. Die Metropolregion und die Nähe zu Hamburg sei kein Nachteil, sondern eine riesengroße Chance. Ihr Verhältnis zur CDU skizzierte sie: „Für mich ist Buxtehude eine Herzensangelegenheit, wenn es die auch für die CDU ist, haben wir die beste Schnittmenge, um glücklich zu werden.“ Offensichtlich war das überzeugend, denn das Votum der Mitglieder (...) war eindeutig: Die Unterstützung der parteilosen Kandidatin, die zurzeit noch die Nummer zwei im Rathaus ist, wurde ohne Gegenstimme befürwortet. > zur Presseübersicht

 

TAGEBLATT, 10. Jan. 2014